Die TSG Hoffenheim baut für die anstehende Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League auf eine Mischung aus Erfahrung und jungen Top-Talenten. Nach dem überraschenden 5. Platz in der abgelaufenen Saison, der die Europa-League-Qualifikation brachte, investierte der Verein über 60 Millionen Euro in sieben neue Spieler, wie der sportschau.de berichtete.

Die Mannschaft von Christian Ilzer beendete die Bundesliga-Saison 2025 auf Rang 6 mit 51 Punkten aus 29 Spielen (15 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen). Mit 57 erzielten und 43 kassierten Toren wies man eine positive Tordifferenz von +14 auf. Die Saisonvorbereitung verlief weitgehend reibungslos, und der Start in den Wettbewerb mit einem 4:0-Sieg im DFB-Pokal in Aue war erfolgreich. Die eigentliche Herausforderung beginnt am Samstag, den 29. August, um 15:30 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln, der aktuell auf dem 12. Tabellenplatz steht.

Wer sind die neuen Gesichter in Hoffenheim?

Das Transferfenster wurde genutzt, um gezielt junge Spieler mit hohem Potenzial zu verpflichten. Das teuerste Zugeständnis war der Abgang von Bazoumana Touré für 50 Millionen Euro zu Newcastle United. Die Einnahmen wurden direkt reinvestiert. Zu den Neuverpflichtungen zählt der 18-jährige belgische Mittelfeldspieler Nathan De Cat von Anderlecht, der in ganz Europa begehrt war. Ebenfalls neu sind der 20-jährige niederländische Linksverteidiger Mats Rots von Enschede und der gleichaltrige schnelle dänische Flügelspieler Adam Daghim von Salzburg.

Für die defensive Mitte holte man den deutschen U20-Nationalspieler Cajetan Lenz vom VfL Bochum. Ein erfahrenerer Zuwachs ist der 25-jährige österreichische Weltcup-Spieler Patrick Wimmer vom VfL Wolfsburg, der als torgefährliche Option für den Angriff dienen soll. Als potenzieller Ersatz für den Topscorer Fisnik Asllani wurde der 21-jährige kräftige Stürmer Alessandro Vogt aus der Schweiz verpflichtet, der für St. Gallen 15 Erstliga-Tore erzielte. Zudem kehren Adam Hlozek und Koki Machida nach langen Verletzungen wie Neuzugänge zurück.

Warum ist die Asllani-Entwicklung so bedeutend?

Eine der überraschendsten Entwicklungen des Sommers war der geplatzte Wechsel von Fisnik Asllani zu RB Leipzig im August. Der Transfer des kosovarischen Nationalstürmers, der in der Vorsaison mit zehn Treffern Hoffenheims bester Torschütze war, schien bereits sicher. Sein Scheitern bedeutet für die TSG, dass über 25 Millionen Euro an geplanter Transfer-Einnahme ausbleiben. Asllani wurde daraufhin wieder in die Mannschaft integriert und wird auch in der neuen Saison für Hoffenheim auflaufen. Diese Wendung unterstreicht, wie unberechenbar der Transfermarkt sein kann.

Wie hat sich Hoffenheim unter Christian Ilzer entwickelt?

Trainer Christian Ilzer, der im November 2024 vom österreichischen Meister Sturm Graz kam, hat die TSG in kürzester Zeit transformiert. In seiner ersten, von Abstiegskampf geprägten Saison rettete er die Klasse knapp. In seiner zweiten führte er das Team direkt in die Europapokal-Qualifikation. Damit erreichte er sein bei der Vorstellung genanntes Ziel, die Mannschaft innerhalb von drei Jahren europatauglich zu machen, deutlich vor dem Zeitplan. Ilzers Philosophie eines schnellen, direkten Offensivfußballs kam nach einem chaotischen Jahr 2025 an und machte Hoffenheim zur Überraschungsmannschaft der Liga.

"Visionen sind eine Triebfeder, die man braucht, die treiben mich immer wieder an", sagte Ilzer. Die defensive Schwäche, ein langjähriges Problem, konnte etwas eingedämmt werden. Die Verlängerung der Verträge von Ilzer und Sportgeschäftsführer Andreas Schicker sowie die Wahl von André Kreuzwieser zum neuen Präsidenten schufen die nötige Stabilität für diesen Weg.

Was sind die Ziele für die neue Saison?

Die Erwartungen sind nach dem 5. Platz natürlich gestiegen. Das erklärte Ziel ist es, erneut um die Europapokal-Plätze mitzuspielen. Die Mannschaft verfügt über eine hohe Qualität und Tiefe im Kader, was für die Bewältigung der vielen Spiele entscheidend sein wird. Eine erste Bewährungsprobe steht gleich zu Saisonbeginn an, denn nach dem Spiel in Köln folgen Heimspiele gegen Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart in der Sinsheimer Arena. Die aktuelle Tabelle und alle kommenden Termine finden Sie auf unserer Spielplan-Seite.

Eine Herausforderung wird der anfängliche Ausfall von Rekordtorschütze Andrej Kramaric sein, der sich einer Leistenoperation unterziehen musste. Die TSG profitiert jedoch von ihrer Mannschaft in der 3. Liga, über die eigene Talente zur Auffüllung des Bundesliga-Kaders gefördert werden können. Mit 25 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Bayern München aus der Vorsaison sind die Titelambitionen von Ilzer zwar noch fern, aber der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung ist gelegt. Die detaillierte Analyse der Mannschaftsstatistiken bietet unsere Statistik-Seite.